Konzentration, Meditation

Sanskrit: dhyāna

 

„Dhyāna“ ist einer von vielen Sanskrit-Begriffen für „Meditation“.
Genau wie das Wort „yoga“ meint „dhyāna“ dabei sowohl einen Zustand von geistiger Ruhe und Konzentration als auch die Methoden, die in diesen Zustand führen.

Zu Dhyāna zählen alle konzentrativen Meditationsformen, bei denen der Geist auf einen bestimmten Inhalt, den Meditationsgegenstand, ausgerichtet wird. Das kann ein konkretes Objekt sein, wie ein Baum oder auch ein abstrakter Inhalt, wie ein Klang oder ein Wort. Bei der „übergegenständlichen“ Meditation wird auf ein Meditationsobjekt verzichtet, und ein Zustand von geistiger „Offenheit und Weite“ angestrebt, der nicht mehr an einen bestimmten Inhalt gebunden ist.

Ein Ziel von Meditation ist innere Ruhe (Sanskrit śamatha, Pali samatta). Das Beruhigen der „normalen“ mentalen Aktivitäten ist die Voraussetzung und Basis für andere – die Alltagswahrnehmungen überschreitende – Erfahrungen. Dies kann in tiefe Erfahrungen von Stille und Freude oder auch zu meditativen Erkenntnissen führen (S.vipashyanā, P. vipassanā ). Dabei geht es nicht um logisches Wissen, sondern um das Erfassen größerer Zusammenhänge und ein immer tieferes Verstehen der eigenen Existenz in Verbundenheit mit der Umwelt (S. prajñā). Meditative Einsichten in das Wesen der Wirklichkeit sind vielschichtig und können auf verschiedene Weise angedeutet werden: Leerheit – Fülle – Verbundenheit – Freude…

Weitere Ziele von Meditation sind die Entwicklung und Stärkung von positiven Kräften (S. bhāvana, wörtl.: „ins Dasein bringen“). Das sind Qualitäten, die als hilfreich auf dem spirituellen Weg angesehen werden, wie selbstlose Liebe, tiefes Mitgefühl oder Gelassenheit. Sie entstehen aber nicht durch bloßes „positives Denken“, sondern sind die Frucht von langfristigen Veränderungen der eigenen Persönlichkeitsstruktur.

Die Formen von Meditation sind vielfältig, es können sehr unterschiedliche Wirkungen entstehen. Nicht immer ist jede Art von Meditation für jede Person gleichermaßen günstig. Auch unerwünschte Nebenwirkungen können auftreten, weshalb die Anleitung durch kompetente Lehrerinnen und Lehrer besonders wichtig ist.

Auch im Alltag brauchen wir mehr denn je einen klaren Geist, um mit den zahlreichen Herausforderungen konstruktiv umzugehen. „Dhyāna“ bedeutet auch im täglichen Handeln einen ruhigen und konzentrierten Geist zu bewahren und mit der Aufmerksamkeit bei dem zu bleiben, was jetzt geschieht und was wir jetzt gerade tun.

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