Klang und Stille
Sanskrit: nāda
„Die Welt ist Klang.“
Alles schwingt und vibriert.
„Nāda brahma“ stammt aus dem Sanskrit und bedeutet: Das Absolute, der Urgrund „brahman“ manifestiert sich im Klang und wird dadurch für uns wahrnehmbar. Das für unsere Ohren Hörbare ist dabei nur ein kleiner Ausschnitt dieser Schwingungen. Manche davon können wir auch körperlich spüren, als Pulsieren, Zittern oder Vibrieren.
In der Hatha-Yoga-Pradīpika, einem mittelalterlichen Yoga-Text, bildet Nāda, der Klang, zusammen mit Āsana, Prānāyāma und Mudrā (Körper- und Atemübungen, Energielenkungen) den „Weg des Körpers“ (S. kāya-sadhana):
„Sich in den inneren Ton zu versenken“ sei der beste Weg zu Samādhi. Dafür gibt es besondere Meditationsübungen, bei denen vier bestimmte (innere) Töne erfahren werden, die das Fortschreiten anzeigen.
Zum Klang gehört das Erfahren der Stille, denn:
“Solange wir den Ton noch hören, bestehen auch Bindungen. Erst im Tonlosen wird der Urgrund erfahren.” (HYP)
Die Stille ist die Oase, der Ort der tiefgreifenden Erholung für Körper und Geist, die eine Anbindung an das Höhere ermöglicht.
Nāda, der Klang, ist jene Kraft, die aus der Stille kommt, in unseren Wahrnehmungsbereich eintritt und schließlich wieder in die Stille, in den für uns unhörbaren Raum zurückkehrt.
Durch das Einüben yogischer Qualitäten entstehen viele gute Wirkungen. Diese sollen auch als angemessenes ethisches Handeln und Engagement in Form von verantwortungsvoller Teilhabe an der Welt auch im Außen wirksam werden.
Yoga ist bewusst leben.



